Die Ausbeutung der Kaffee-Bauern

Kaffee

Die bittere Wahrheit über unseren Kaffee

Kaffee ist neben Wasser das beliebteste Getränk der Welt – fast eine Billion Tassen werden weltweit jedes Jahr getrunken. Allein in Deutschland konsumiert jeder Erwachsene im Durchschnitt 162 Liter pro Jahr. Kein Wunder, dass Kaffee weltweit einer der am meisten gehandelten Rohstoffe ist. Nur mit Erdöl wird noch mehr gehandelt. Der Markt ist sehr unfair, insbesondere für Kaffeebauern. Vom Ernten der reifen Kaffeekirsche bis zur fertig gerösteten Kaffeebohne ist es ein langer Weg. Und ein noch grösserer für die Wertsteigerung. Doch von der profitieren in erster Linie die Unternehmen – nicht aber die Pflücker. Für ein Kilogramm erhalten sie nur wenige Cent. Um von ihrem Lohn leben zu können, müssen sie daher täglich bis zu 45 Kilogramm ernten. Die Arbeitsbedingungen sind hart, die Sicherheitsvorkehrungen auf den Plantagen oft unzureichend.

Kaffee als Lifestyle-Accessoire und Luxusgut

Für die Konsumenten wird Kaffee immer wieder neu erfunden und neu verpackt. Kaffeekapseln, die mit George Clooney werben und in Shops wie Schmuckstücke beim Juwelier präsentiert werden, Kaffee to go bei Starbucks, der immer mehr als Luxusgut stilisiert wird.

Kaffee erzielt immer höhere Gewinne. Allein in Deutschland ist der Umsatz in den letzten 20 Jahren um 139 Prozent gewachsen, die Mehreinnahmen belaufen sich auf 2,11 Milliarden Euro. Doch die Geschichte hinter dem Kaffee ist eine uralte. Was Globalisierung genannt wird, ist in Wahrheit noch immer Kolonialismus. Von der zusätzlichen Wertschöpfung profitieren ausschliesslich Protagonisten am Ende der Lieferkette. Die Kaffeeproduzenten am Anfang der Kette bemerken davon überhaupt nichts. Schlimmer noch: Sie erlebten im gleichen Zeitraum sogar Umsatzeinbußen.

Luxusgut Kaffee

Die Probleme der Kaffee-Bauern

Die Kaffee-Bauern am Anfang der Lieferkette haben zudem mit allerhand Problemen zu kämpfen. Der Klimawandel macht die Ernte von Jahr zu Jahr unberechenbarer, da Kaffeepflanzen empfindlich auf Hitze und unvorhersehbare Niederschläge reagieren. Weitere Probleme sind die sinkenden Kaffeepreise auf dem Weltmarkt und die Rodung von Wäldern zur Schaffung von immer mehr Plantagen.

Kaffeebauer

Dramatische Folgen für Kaffeebauern

Familien, die in Ländern wie Äthiopien, Honduras, Kenia, Kolumbien oder Peru vom Kaffeeanbau leben, befinden sich in prekären Verhältnissen, häufig ohne eigene Toilette. Der Anteil an Analphabeten ist extrem hoch, ihre Verarmung befördert Migration, Drogenhandel und Kinderarbeit. Da Frauen rund 70 Prozent der Arbeit beim Anbau und der Ernte von Kaffee leisten, sind sie am meisten davon betroffen. Pflückerinnen in Guatemala bekommen für einen Zentner gepflückten Kaffee beispielsweise knapp fünf Euro – selbst für dieses Land ein Hungerlohn.

Kaffee-Börse

Der Kaffeeprotektionismus industrialisierter Länder

Brasilien ist weltweit der grösste Exporteur von Rohkaffee. Pro Kilogramm erwirtschaftet das Land 2,70 Dollar. Im Vergleich dazu setzt Deutschland als größter Exporteur von geröstetem Kaffee pro Kilogramm 6,21 Dollar, und damit mehr als das Doppelte, um.
Doch die Politik in Deutschland und der EU schützen ihre Kaffeeindustrie. Auf importierten Röstkaffee zahlen die meisten Anbauländer 7,5 Prozent Zoll. Grüner Kaffee hingegen kann zollfrei eingeführt werden. Auch wenn mittlerweile Initiativen bezüglich Fairtrade ins Leben gerufen wurden, erhalten die Kaffee-Bauern noch immer keinen Anteil von den Milliarden der grossen Konzerne wie Nestle, Starbucks und Co.

Kleines Zitat von KX ORAIO

Niemand kann Ihnen eine angemessene Behandlung, fairen Handel usw. garantieren, nicht einmal wir. Sie sollten sich bewusst sein, dass die meisten Dinge, wie Kaffee, greenwashed sind. Kein Label und kein Händler kann 100% Sicherheit versprechen. Ausserdem wäre es am besten, wenn Sie nie vergessen würden, dass Kaffee in der entwickelten Welt nicht wächst. Daher wird er immer Probleme in den Bereichen Umwelt, Arbeit und andere verursachen.
Was wir jedoch tun können, ist, von Ihrer bekannten Rösterei zu kaufen und industriell hergestellten Kaffee zu vermeiden. Der Kaffee mag zwar teurer sein, aber die Kaffeebauern bekommen höchstwahrscheinlich mehr davon, und Sie erhalten die bestmögliche Qualität.

Trinken Sie jeden Becher mit Freude und Bewusstheit.

Kaffee

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