Arabica und Robusta

Arabica und Robusta – Herkunft und Botanik von Kaffee

Innerhalb der Pflanzengattung Coffea spielen vor allem zwei Sorten als Grundlage des beliebten Heißgetränkes die Hauptrolle: Coffea arabica und Coffee canephora. Bekannter sind die beiden Trivialnamen Arabica und Robusta. Die gerösteten Samen der beiden Coffea-Pflanzen und wenige weitere Arten zu geringen Anteilen sind die Basis für das gemahlene Kaffeepulver. Was unterscheidet die Arten botanisch und warum wird Robusta gern als hässliche Schwester von Arabica bezeichnet?

Kaffeepflanzenzeichnung
Kaffeepflanze

Die Pflanzengattung Coffea

Kaffee – botanisch als Coffea bezeichnet – gehört zur Pflanzenfamilie der Rubiaceae, der Rötegewächse. Innerhalb der über 6000 Arten umfassenden Pflanzenfamilie haben zwei Arten wirtschaftliche Bedeutung als Plantagenpflanzen erlangt: Coffea arabica und Coffea canephora. Über 60 % an der weltweiten Kaffee-Produktion macht dabei Arabica aus. Beide Coffea Arten bilden immergrüne Bäume oder Sträucher aus. Sie haben paarige Laubblätter und bilden Blütenstände mit vielen Blüten aus. Ihre Früchte sind Steinfrüchte, die man auch als Kaffeekirschen oder Kaffeebeeren bezeichnet. Die Früchte sind von süssem Geschmack mit wenig Fruchtfleisch und von einer dicken Schale umgeben. Unter zwei weiteren Schichten liegt der Samen. Eine Frucht umschliesst in der Regel zwei Samen. Das sind die Kaffeebohnen. Perlbohnen enthalten nur einen Samen. Erst durch die Weiterverarbeitung über verschiedene Arten der Trocknung, Fermentierung und Röstung entsteht die Grundlage für das Getränk Kaffee.

Kaffeebaum
Kaffeebaumzeichnung

Coffea arabica

Diese Kaffeeart wird als Hochland-, Berg- oder Java-Kaffee bezeichnet. Es wird angenommen, dass es sich dabei um ein Hybrid aus Coffea canephora und Coffea eugenioides handelt. Die genetischen Vorfahren der bis zu 5 m hohen Bäume sollen aus Java stammen. Vermutlich wurde im Süd-Sudan die erste Hybridisierung vorgenommen. Die veredelte Kaffeepflanze weist 44 Chromosomen auf. Sie bevorzugt ein gemässigte Klima zwischen 15 und 25 °C. Es handelt sich um einen Tiefwurzler, die Kaffeepflanzen sollten in einem Abstand von 1,5 m gepflanzt werden. Sie sind in einer Höhe zwischen 400-2100 m angesiedelt und kommen aufgrund der tiefen Wurzeln mit geringeren Niederschlagsmengen zwischen 1500-2500 mm aus. Sie können auch auf Böden wachsen, die eine trockene obere Bodenschicht haben. Nach Regen bildet sich regelmässig eine Blüte aus, so dass man diese Kaffeepflanze vor allem in Regionen mit klar umrissenen Regenzeiten anpflanzen kann. Sie benötigt von der Blüte bis zur Fruchtreife 9 Monate. Die Bohnen haben einen Öl-Gehalt zwischen 15 und 17 %. Der Zuckergehalt, der entscheidend für die Säure und Textur des fertigen Kaffeegetränkes ist, liegt zwischen 6 und 9 %. Hauptanbaugebiete von liegen in Afrika, Mittelamerikaund Asien zwischen dem 23. Grad nördlicher sowie 25. Grad südlicher Breite. Werden diese Kaffeepflanzen in zu geringer Höhe bei zu hohen Temperaturen kultiviert, sind sie unter anderem anfällig gegen die Erkrankung Kaffeerost. Sie ist insgesamt empfindlicher als Robusta.

Arabica Kaffeebohne

Arabica und Robusta Kaffeebohnenvergleich

Robusta Kaffeebohne

Arabica und Robusta Kaffeebohnenvergleich

Coffea canephora

Die Tiefland Kaffeepflanze kann zu Bäumen von bis zu 8 m Höhe heranwachsen. Kultivierte Robusta Pflanzen werden klein gehalten, um sie gut ernten zu können. Coffea canephora hat nur 22 Chromosomen, ist ein Flachwurzler und wird im Abstand von 2 m pro Pflanze gesetzt. Diese Kaffeepflanze gedeiht bei hohen Temperaturen zwischen 20-30 °C. Sie benötigt höhere Niederschlagsmengen zwischen 2000 und 3000 mm. Die Blüteperiode ist wenig vorhersehbar. Das liegt auch an der Kultivierung in feuchten unbeständigen Klimazonen. Von der Blüte bis zur Fruchtreife vergehen 10-11 Monate. Bei kultivierten Pflanzen sind verkürzte Blütezeiten von nur 6 Monaten möglich bei einem hohen Ertrag. Der Öl-Gehalt der Bohnen liegt zwischen 10 und 12 %. Der Zuckergehalt bewegt sich im Bereich von 3-7 %. Deshalb ist Coffea canephora weniger süss und bitterer vor allem im Nachgeschmack. Den Trivialnamen Robusta verdankt Canephora ihrer erhöhten Widerstandskraft gegenüber Schädlingen, wofür der hohe Koffeingehalt von bis 4 % massgeblich ist. Hauptanbaugebiet für Coffea canephora ist Vietnam. Kälte verträgt die Kaffeepflanze nicht, so dass sie auschliesslich rund um den Äquator auf dem 20. Breitengrad gedeiht.

Durch die Veredelung, den milderen Geschmack und die bessere Bekömmlichkeit ist im Vergleich mit Robusta der Hochlandkaffee begehrter. Darauf bezieht sich auch die Aussage der „hässlichen Schwester“. Vielfach werden beide Sorten in einem Kaffee vermischt. Die Art der Kaffeepflanze sagt noch nichts über die Qualität von Kaffee an sich aus, da es hier noch auf viele weitere Aspekte wie Fermentierung und Röstung ankommt.

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