Kaffeebaum

Der Kaffeebaum: Wissenswertes rund um die exotische Nutzpflanze

Seit wann Menschen die Kaffeepflanze und die Kaffeefrucht nutzen, ist nicht bekannt. Die Ursprungsregion der Pflanze lässt sich jedoch festlegen: das tropische bis subtropische Afrika sowie Madagaskar und die Inselkette der Maskarenen. Der lateinische Name für die Gattung der Kaffeepflanzen lautet Coffea. Sie zählt zu den Rötegewächsen (Rubiaceae). Von den rund 120 Arten innerhalb der Pflanzengattung werden nur neun kultiviert, um Bohnen für den Kaffeekonsumzu produzieren. Am bekanntesten sind die Sorten Arabica und Robusta.

Vom Samen zum Baum

Um zu gedeihen, benötigt der Kaffeebaum ein feuchtes und heisses Klima. Er bevorzugt Durchschnittstemperaturen zwischen 18 und 22 °C ohne grössere Temperaturschwankungen. Für den Anbau eignen sich nährstoffreiche, leicht sauere Böden am besten. Die immergrünen Pflanzen lassen sich unter geeigneten Bedingungen zu Hause ziehen, bilden dort aber selten eine nennenswerte Menge an Früchten aus.

Arabica-Kaffeebaumsetzling mit Kaffeebohne
Arabica-Kaffeebaumsetzling in Pflanzenschule
Arabica-Kaffeebaumsetzling in Pflanzenschule Aufsicht
Kaffeebaumpflanze

Der Kaffeesamen entwickelt sich in Form von Bohnen im Inneren der Kaffeefrucht, der sogenannten Kirsche. In der Regel enthält jede Frucht zwei Samen. Unter geeigneten Bedingungen keimen sie binnen weniger Tage aus. Nach vier bis fünf Monaten sind die Jungpflanzen etwa 20 bis 40 cm hoch. Bis zur ersten Blüte dauert es drei Jahre. Ab dem 4. Jahr können sich Früchte bilden. Bis sich der Ertrag eines Baums für die kommerzielle Produktion lohnt, vergehen insgesamt fünf bis sieben Jahre. Ein Kaffeebaum kann eine Höhe von 8 m erreichen. Kleinere Arten sind nicht grösser als Sträucher.

Schädlinge und Krankheiten

Der Kaffeebohrer oder Kaffeekirschenkäfer (Hypothenemus hampei) ist ein weitverbreiteter Schädling, der am Kaffeebaum erhebliche Schäden verursacht. Er gehört zu den Borkenkäfern und stammt ursprünglich aus Afrika. Der Käfer bohrt sich in die Kaffeebohne und nistet sich dort ein. Sie dient ihm als Nahrungsvorrat. Die Weibchen können bis zu 120 Eier legen und ziehen weiter, wenn die Substanz der Bohne aufgebraucht ist. Ein weiterer Kaffeepflanzenschädling ist die Schmetterlingsart Leucoptera coffeella. Ihre Raupen schwächen die Pflanzen durch Blattfrass.

Bei den Krankheiten ist der Kaffeerost (Hemileia vastatrix) besonders verbreitet. Es handelt sich hierbei um eine Pilzkrankheit, bei der sich auf den Blättern der Kaffeepflanze orangefarbene Pilzkulturen bilden. Dies führt zum Laubabwurf und geschwächten Pflanzen. Der Kaffeerost kann ganze Plantagen befallen und zu erheblichen Ernteeinbussen führen.

Kaffeerost (Hemileia vastatrix)

Einige Coffea-Arten nutzen Koffein, um sich zu schützen. Diese Substanz findet sich jedoch nicht in jeder Kaffeepflanze. Für den kommerziellen Anbau in Monokulturen reicht die natürliche Schädlingsabwehr nicht aus. Mit chemischen und biologischen Schädlingsbekämpfungsmitteln versuchen Kaffeebauern, den Befall einzudämmen. Eine weitere Methode ist die Züchtung resistenter Arten, die widerstandsfähiger sind.

Blüte und Frucht

Die weissen Blüten der Kaffeepflanze sind sternförmig, fünfgliedrig und wachsen in Büscheln von vier bis fünf Blüten. Ein grosser Kaffeebaum kann bis zu 40.000 Blüten ausbilden. Sie duften angenehm und relativ stark. Damit sich Kaffeefrüchte und -bohnen bilden können, ist die Bestäubung der Blüten erforderlich. Bei den meisten Coffea-Arten erfolgt das Bestäuben durch Wind oder Insekten. Lediglich bei Coffea Arabica kommt es zur Selbstbestäubung. Coffea-Pflanzen blühen nur kurz und müssen schnell bestäubt werden.

Anschliessend bilden sich Steinfrüchte mit zwei Samen. Zunächst sind die Früchte grün, später gelb und dann rot. Die kräftige Rotfärbung hat zur Bezeichnung Kaffeekirsche geführt. Bei einigen Arten bleiben die vollreifen Früchte gelb. Von der Bestäubung bis zur Reife der Kaffeefrucht vergehen mehrere Monate. Einige Coffea Arten benötigen acht oder neun Monate, andere länger als ein Jahr.

Kaffeeblüte
grüne Kaffeekirschen
Kaffeebeeren in verschiedenen Reifestadien am Ast
Kaffeekirsche reif
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