Von der Entstehung und Ausbreitung des Kaffees

Kaffee

Die Kirsche der Kaffeepflanze wirkt klein und unscheinbar. Dennoch kamen Menschen auf die Idee, die enthaltenen Bohnen zu rösten, zu zermahlen und zu brühen. Manche Märchen und viele Legenden befassen sich mit der Entstehung des Kaffees. Wir stellen Ihnen aber die historischen Fakten zum Getränk vor.

Kaffee aus Kaffa

Wer hat Kaffee nach Europa gebracht?

Ein heisses Gebräu aus gerösteten Kaffeebohnen wurde in Ostafrika wahrscheinlich schon vor mehr als tausend Jahren getrunken. Viele Legenden besagen, dass das Getränk in Äthiopien entstand. Auch Historiker nehmen an, dass die im südwestlichen Äthiopien gelegene Region Kaffa das Ursprungsgebiet des Getränkes ist.

Erste Erwähnungen gibt es bereits im neunten Jahrhundert. Von Kaffa gelangte der Kaffee schon im 14. Jahrhundert nach Arabien. Dass der Kaffee im Mittelalter über die jemenitische Handels- und Hafenstadt Mokka in die Welt gelangte, gilt zudem als sicher. Händler und Reisende, die Mokka besuchten, sorgten in den folgenden Jahrzehnten für die weltweite Ausbreitung des Getränkes.

Schon im 16. Jahrhundert eroberte der Kaffee den persischen Raum. Das Getränk verbreitete sich rasant in Syrien und Kleinasien. Als das Osmanische Reich den Jemen eroberte, gelangte die Bohnen der Pflanze bis nach Istanbul. Dort eröffnete 1554 das erste Kaffeehaus. Es sollten allerdings noch Jahrhunderte vergehen, bis der Kaffee in Europa populär wurde.

Erster Export nach Europa

coffee history

Die italienische Metropole Venedig war ein Knotenpunkt des europäischen Handels. Der Umschlagplatz brachte allerlei afrikanischer Erzeugnisse nach Europa. Dort wurde im 17. Jahrhundert das erste Kaffeehaus eröffnet. Händler brachten die gerösteten Bohnen in andere europäische Städte.

So wurde bald auch in Wien, Paris und Amsterdam der Kaffee getrunken. In britischen Städten wie Oxford und London wurden rasch ähnliche Etablissements eröffnet. Allerdings war das Getränk zunächst den Angehörigen der europäischen Oberschicht vorbehalten.

Über die grossen Hafenstädte gelangte geröstete Bohnen, die reiche Stadtbewohner als luxuriöses Getränk genossen, auch nach Deutschland. Im Jahr 1673 wurde in der Hansestadt Bremen das erste Kaffeehaus eröffnet. Ähnliche Einrichtungen entstanden in den folgenden Jahren in vielen Hafenstädten.

Plantagen für die Massenproduktion

Kaffeeplantage

Europäische Kaffeehäuser entwickelten sich in den folgenden Jahren zum kulturellen Treffpunkt, die dem Austausch von Informationen und der Anbahnung von Geschäften dienten. Sie trugen immens zur Verbreitung des Getränkes bei. Doch erst im 19. Jahrhundert wurde der Kaffee zu einem Getränk für die Massen.

Grundlage für den Erfolg war die industrielle Produktion auf Plantagen, die vor allem in Südamerika entstanden. Schon um 1700 liessen die Niederländer ihren Kaffee in Ceylon und Java anbauen. Es folgten niederländische und französische Plantagen in Surinam, Cayenne und Martinique. Um 1727 gelangte die Kaffeepflanze nach Brasilien. Den Anbau mussten afrikanische Sklaven übernehmen, die überall in den Plantagen schufteten.

Zugleich stieg die Kaufkraft der europäischen Bevölkerung, die sich den Kaffee nun vermehrt leisten konnte. Der sich durch die Industrialisierung ausbreitende Wohlstand bei breiten Schichten der Arbeiterschaft ermöglichte den exotischen Genuss, der nun nicht mehr den reichsten Teilen der europäischen Gesellschaft vorbehalten blieb. Um 1850 gilt der Kaffee in ganz Europa als Getränk für die Massen.

Genussmittel für Massen

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Kaffee zu einem der populärsten Genüsse. Bis heute ist das Getränk das beliebteste Genussmittel der Deutschen. In Deutschland trinken die Menschen jedes Jahr durchschnittlich 162 Liter, was etwa zwei Tassen pro Tag entspricht. Am beliebtesten ist nach wie vor der Filterkaffee.

Auf der ganzen Welt leben Menschen vom Anbau, der Verarbeitung und dem Vertrieb der Bohnen. Schätzungsweise 100 Millionen Personen sollen 2018 mit der Produktion und der Distribution des schwarzen Goldes befasst sein. Rund zehn Millionen Tonnen an Rohkaffee ernten die Arbeiter weltweit pro Jahr.

Der grösste Produzent bleibt Brasilien, wobei Vietnam und Indonesien als wichtigste Herstellungsländer folgen. Die bedeutendsten Abnehmerländer sind die USA und Deutschland. Ihnen folgen Frankreich, Japan und Italien.

Kaffee

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